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Ach Du Kacke oder Guido vs. Michael

DAS WM Studio

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Es kam, wie es kommen musste !
Gestern telefonierte ich mit Michael und wir einigten uns auf eine spontane Aktion auf seinem Heimatplatz im GC Schloß Georghausen. Die schöne Anfahrt mit dem tollen Clubhaus vermittelte den Eindruck, dass entspanntes Golf die nächsten Stunden auf dem Programm stehen würde. Vorab lud mich Michael zu in paar Weizen ein und löste für mich bei dem sehr freundlichen Herrn am Front Desk das Fee. Dafür möchte ich mich nochmals rechtherzlich bedanken. Auf diesem Platz stand ich nun zum zweiten Mal. Und ihr werdet es mir nicht glauben, ich konnte mich an das erste Mal vor ca. 6 Jahren nicht mehr erinnern. Dies ist von besonderer Bedeutung für den weitern Verlauf meines Berichtes, deshalb muss ich in „kurzen“ Worten erklären warum. (Wollte ich schon immer mal tun)
Für Euch alle sind die RheinBerg Masters sicherlich ein Begriff. Vor Jahren hatte unser Freddy Richter diese Serie organisiert und veranstaltet. Dieses Turnier war der Höhepunkt des bergischen Golfsports, wobei nach Qualifikationsturniere sich die Besten in einem großen Finale wiederfanden. Auch der Onkel Guido konnte sich im Jahr 2009 für das Finale qualifizieren, welches damals im GC Schoß Georghausen stattfand. Aufgrund einer besonderen Wette wurde Harry Schröder mein Caddy. Er nahm seine Aufgabe sehr ernst und weil ich diesen Platz nicht kannte, wollte Harry mich am Vorabend zum Turnier seinen Plan und seine Taktik pro Loch erklären. Wir trafen uns um 20.00 Uhr in unserem Stammlokal und Harry breitete seine akribische Ausarbeitung Loch für Loch auf der Theke aus. Ich folgte seinen Erklärungen, wann ich wo mit welchem Schläger anspielen musste, welches in der Summe pro Loch immer ein Par oder Birdie ergab. Selbstverständlich wurde jedes Par mit einem Schnaps und zwei Bier vorab erfolgreich gefeiert. Nach 18 Loch lag ich bei einer 72er Runde, welches nach Harrys Ermessen zum Sieg reicht. Dieser Sieg wurde um 5.00 Uhr morgens mit mehren Abschluß-Ramazotti gebührend gefeiert. Um 5.35 Uhr fragte uns der Wirt an welchem Wochenende das Turnier denn stattfindet. Und wir überlegten kurz… Tja, da wir um 8.40 Teetime hatten, bei ca. 45 Minuten Anfahrt, blieb uns noch genügend Zeit zum Umziehen und Frühstücken. Pünktlich um 8.00 Uhr stand ich auf der Driving Range, wo unzählige Luftschläge meinen Caddy schockierten. Er reichte mir um 8.35 Uhr einen Becher mit 0,2 Liter Ramazotti und sagte: „Bitte, sonst gibt dat nix.“ Ich ging zum Abschlag und unser Freund Freddy war sprachlos. Ich steckte mein Tee in den Boden und legte innerhalb von nur 4 Minuten den Ball drauf. Als ich die Ansprechposition eingenommen hatte, bemerkte ich, dass ich keinen Schläger in der Hand hielt. >>>Leute das war so – kein Witz.<< In völliger Trance spielte ich die Bälle volle Möhre irgendwo hin und sie lagen immer auf dem Fairway. Ich folgte einfach Harrys Anweisungen, spielte wie der BlackundDecker Osterhase und hörte nur noch Harry jubeln. Ich fühlte mich immer 3 Meter von meinem Körper entfernt und hatte zeitweise kein Bild, sondern nur noch Ton. Als Freddy an der 9 auf unsere Scorecard schaute, lautete der Zwischenstand: 3 über Par. Harry gab mir zwischendurch noch einige Injektionen, wobei mein Schluckmechanismus sich so langsam dagegen wehrte und auch mal Wasser forderte. Bis Ende Bahn 12 lag ich 4 über Par. Nach einem Bombenabschlag auf der 13 verweigerte mein Organismus jede Art von Bewegung. Als ob ein Elektromagnet über meine Festplatte gestrichen wurde, Feierabend.
Verzweifelt versuchte Harry mich neu zu booten, anzukurbeln, geistig zu reanimieren. No Chance. Alle restlichen Löcher wurden gestrichen. Mit 34 Punkten wurde ich 4. In der Gesamtwertung. Mein Körper wurde von Harry unter die Dusche gestellt und nach einer opulenten Abendveranstaltung wachte ich drei Tage später wieder auf.

Also, im Schädel war alles über den Platz gelöscht.

Als ich dann gestern den Anstieg zu Loch 1 erklommen hatte, ging es los. Michael hatte insgesamt 4 vor und ich ging durch ein Pärchen in Führung. Die Grüns sehr schön, spurtreu, aber sehr sehr langsam. Als ich die nächsten gefühlten 50 Höhenmeter zum Abschlag der 2 erklommen hatte, blickte ich auf eine Bahn, die durch ihre Schräglage von rechts nach links dem Kentern der Titanic ähnelte. Nach einem tollen Abschlag rollte der irgendwo in eine Kacklage. Es folgte ein weiterer Aufstieg Bahn für Bahn, wobei ich durch den dünner werdenden Sauerstoffgehalt in der Luft Schwindelanfälle und heftige Orientierungsschwierigkeiten hatte. Klar, insgesamt erschien mein Spiel scheiße, aber bei kerzengeraden Abschlägen musste ich zeitweise beobachten, wie meine Bälle wie von Geisterhand bewegt, ins Unterholz hoppelten. Selbst heute würde ich eher daran glauben, dass Jim Knopf aus der Augsburger Puppenkiste, wirklich ein Mensch ist, als das mein Ball im Stande ist, solche Bounces auf der Bahn zu veranstalteten. An der 8 hatten wir den höchsten Punkt des Platzes erreicht, wobei ich 30 Runden auf der Black Mamba diesem Gewaltmarsch vorgezogen hätte. Als Micha sagt: „ab hier geht’s nur noch bergrunter“, fühlte ich mich wie Andy Brehme nach dem Elfmeter 1990. Kurz dachte ich noch darüber nach, ob ich ein Funkgerät dabei habe. Dann hätte ich noch schnell die U.S. Air Force gebeten, ein paar alte Napalm-Granaten über die zurückliegenden Löcher zu streuen, um die ersten 8 Bahnen etwas einzuebnen.
Micha spielte gut. Ich rettete mich mit irgendwie neun Loch und lag glücklich nur 1 down. So ging es auf die zweiten 9, die wirklich fantastisch sind und eine echte Wiedergutmachung. Leider mussten zwei oder drei Bahnen wir durch ein Gewitter spielen, was mir überhaupt nicht liegt. Zudem traf Micha seinen Driver zeitweise so, dass ich dachte, wir spielen gerade am letzten Tag der British Open im letzten Flight. Nach der 17 war er 1up und hatte auf der Bahn 18 Vorgabe. Nach einem guten Abschlag socketierte er tatsächlich seinen zweiten Schlag ins Aus. Er weiß nun mal was sich gehört. All Square nach 18 und ich dachte, nun hab ich Dich. Wir kraxelten wieder zu Abschlag 1, wo Micha mit Vorgabe spielen konnte. Aber nein – nix Socket, nix kurz, nein er spielte Par und ich brauchte meinen Par-Putt nicht mehr anfassen. Aus- Vorbei –Micha hat verdient gewonnen.

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