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Das ewige Derby oder Manuel vs. Harry

Manuel – Harry oder das ewige Derby

Wer Harry kennt weiß, das er nur sich selber schlagen kann. Du kannst Dein Spiel konzentriert und variantenreich spielen, aber wenn Du Harry nicht dazu bekommst sich selbst zu besiegen wird dieser durchschnittliche Golfer mit seinem Understatement Handicap als Sieger vom Platz gehen.
Also stand mein Schlachtplan schon lange bevor der erste Schlag über Sieg oder Niederlage entscheiden konnte fest.
Zwei Mal hieß die Paarung in den legendären Matchplays der Sockets schon Harry vs Manuel. Jeweils einmal konnte jeder der Beteiligten das Match für sich entscheiden, also musste ich diese beiden Matches im Vorfeld genauestens analysieren.
Im ersten Match, das ich für mich entscheiden konnte kam die Zauberformel von ganz alleine, ich musste sie nur für mich wirken lassen und erkennen das dieser eine Moment über Sieg und Niederlage entschieden hatte. In diesem besagten Match lag mein Ball an einem Baum in kniehohen Rough ca. 130 m vom Pin entfernt. Harry spielte das Loch solide und sein Gesicht bekam beim Anblick meiner Spiellage erleichterte Züge. Seiner und meiner Meinung nach war es unmöglich durch die Bäume hindurch das Grün anzugreifen. Er teilte seine Einschätzung lachend mit – ich nicht!
Leicht verzweifelt sagte ich dass es endlich mal eine mittlerer Herausforderung wäre diesen Schlag auszuführen, dieses safty Spiel vom Fairway läge mir eh nicht. Da mein zweiter Name auch Tin Cup ist und ich eine solche Lage niemals als unmöglich akzeptieren würde, schlug ich diesen Ball wie selbstverständlich an die Fahne, so dass mir ein 30 cm Putt zum Lochgewinn blieb. In Harrys Augen war nur noch das weiße zu sehen soweit riss er dieselbigen auf. Was dann folgte war ein Rumpelstilzchen Tanz mit lautem Geschrei: Das gibt’s doch nicht, das ist unmöglich das war ein Jahrhundertschlag. Diesen Schlag trug Harry bis zur Entscheidung in sich und ließ mich am Ende siegen. Nach der Runde versprach Harry mir eine Plakette an den besagten Baum zu hängen der dieses Ereignis festhalten sollte.
So viel zur Vorgeschichte. Der Plan war also klar: Ich musste ihm genau diesen Schlag wieder in seinen Kopf hämmern, alles andere ergibt sich dann von selbst. Also rief ich Harry an und erinnerte ihn an die Plakette, die wir ja während unseres Matchplays entsprechend platzieren könnten. Totenstille am anderen Ende des Telefons: Harry bist Du noch da, bist Du im Funkloch? Nein er hatte kein Funkloch er hatte eine Erinnerung die mit dem Schlagwort Plakette in seinen Gehirn einschlug wie eine Wasserstoffbombe. Ich konnte seinen Atem hören der einen deutlich erhöhten Puls verriet. Die Plakette äääähhh ja natürlich stammelte er vor sich hin, ne ne is klar … bringe ich mit.
Fein dachte ich bei mir nun wird er nicht nur die Plakette sondern auch die komplette Erinnerung an die Entstehung dieses Versprechens mitbringen.
Wir trafen uns also im Velderhof und Harry versuchte noch einen kleinen durchaus erlaubten Trick seine Erinnerungen zu verdrängen. „Du der Platz ist voll wir müssen zweimal rot spielen“ klang es wieder etwas hoffnungsvoller aus seinem Munde. Seinerzeit hatten wir grün/gelb gespielt, kein schlechter Zug von ihm, dachte ich mir, aber bitte möge das Match beginnen, es würden sich sicher noch Chancen ergeben Harrys inneren Schweinehund zu wecken.
Auf den ersten beiden Löchern war allerdings zu erkennen, das Harry nicht nur ein Verdrängungskünstler ist, sondern auch ein Taktikfuchs. Im Vorfeld hatte ich Ihm ein paar Wochen vorher einen neuen Driver verkauft, den er unter Druck sicher nicht beherrschen würde. Ein Blick in sein Bag verriet mir das dieser besagte Driver zu Hause geblieben war und er auf seine alte bewährte Silberbüchse vertrauen würde. Auf die Frage was mit seinem genialen neuen Driver wäre, sagte er mir das er diesen verlegt habe und nun der Alte herhalten müsse…. Neee is klar dachte ich mir.
Es musste also wieder ein kleiner Zauberschlag her um Harry an meine Tin Cuo Fähigkeiten zu erinnern. Der nächste Abschlag am Par 3 Loch, rechts aus und links Wasser erschien mir als der passenden Drehort für die Fortsetzung eines Rumpelstilzchen Tanzes. Harrys Abschlag blieb etwas kurz aber gerade. 30 m trennten ihn noch zum Loch. Leicht grinsend stand der Haarlose neben mir, als ich mein Setup leicht veränderte. Der aufmerksame Blick verriet mir das er sofort erkannte das ich mich nicht gerade ausrichtete sondern die Wassergrenze anvisierte. Er wusste das konnte nicht gut gehen und zückte im gleichen Zug bereits die Scorekarte um das Loch für sich zu markieren. Sehr schön gedanklich hatte ich ihn nun da wo er hin musste. Im Moment des Schlagens sah ich im Augenwinkel neben mir die Beckerfaust, die im laufe des Ballfluges zum Torjubel und noch später zum Rumpelstilzchen Tanz verenden sollte. Der flach gespielte Ball flog wie gewollt Richtung Wasser, knallte gegen den roten Pfosten, flog im 90° Winkel Richtung Wasser titschte wie ein geschickt geworfener flacher Stein zweimal über das Wasser trat aus dem Wasser aus, knallte auf der andern Seite gegen den dort stehenden roten Pfosten bekam durch den Aufprall eine sehr schöne Flugkurve zurück über das Wasser und legte sich sanft und frisch gewaschen mitten auf das Fairway. Na bitte, wie auf Knopfdruck begann der Tanz, mit den bekannten Ausrufen.
Nun hatte ich ihn genau da, wo ich ihn haben wollte und wen wundert’s ein Loch nach dem anderen konnte ich für mich verbuchen. Nach dem 9 Loch war ich 4 vor und unglücklicher weise mussten wir 20 min warten, da wir die roten erneut spielen mussten. Zeit der Regeneration und des Mut machen bei Harry. Und Tatsächlich schien die Wirkung meines Tin Cup Schlages nachzulassen.
Nach 3 weiteren Löchern konnte Harry 2 Löcher aufholen und sein Kampfgeist schien den Erinnerungen trotzen zu wollen. Ich musste also ein weiteres Zeichen setzen. Ein Loch mit viel Wasser sollte helfen. Harry denk daran in knapp 120 m ist rechts Wasser. Kein Problem da will ich eh nicht hinspielen kam der Konter trocken. Stimmt er wählte das Wasser das ca. 20 m vor uns quer zur Bahn verlief. Hoppla, sagte ich wo kam der denn her? Völlig konsterniert stand Harry Minutenlang auf dem Abschlag und konnte nicht fassen was gerade passiert war. Wunderbar der Boxer ist wieder angeschlagen dachte ich mir, jetzt noch einen nachlegen und er fällt. Also verzog ich meinen Abschlag dermaßen nach rechts, das ich nicht nur das Wasser überspielte sondern gleich auf dem Vorgrün der Nachbarbahn landete. In Harrys Blick blitzte ein letztes Mal Hoffnung auf den Ball von dort mit Längengewinn zu spielen schien ihm unmöglich, mir natürlich nicht. Während er noch glaubte das sein Wasserschaden nun von meinem Querschlag kompensiert wurde, schlug ich den Ball entlang der Bahn, wie von einer Ich schlug wie selbstverständlich den Ball er flog zielgerichtet los wurde wie von einer unsichtbaren Hand gelenkt, er gewann an Höhe als die Bäume auf ihn zu kamen, kreuzte das Wasser und legte sich entspannt mitten auf das Fairway und blieb ca. 50 m vor dem Grün liegen.
Es folget Rumpelstilzchen Part 3 und der Boxer Harry war geschlagen. Mit 4 auf 3 wurde das Match beendet, die Plakette feierlich übergeben und die Runde beim Bierchen analysiert.
Ein großartiger Tag mit dem besseren Ende für mich ging dann doch wieder fröhlich zu ende, denn Merke:
Vor und nach dem Spiel: Freundschaft

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