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Matchplay der Extraklasse

Matchplay der Extraklasse

Bei bestem Wetter trafen sich die Protagonisten Stephan Heiss und Ferdi Drews zum Matchplay auf dem Clostermannshof. Nachdem es am Montag und Dienstag noch junge Hunde geregnet hatte, präsentierte sich der Platz am Freitag in einem sensationellen Zustand.

Nach einer freundlichen Begrüßung und wenigen Bällen auf der Range, ging’s gut gelaunt an die Eins. Obwohl Ferdi mehrmals seinen Taschenrechner bemühte blieb es bei 2 Schlägen, die er vor hatte.
Nun sollte eines der denkwürdigsten Matchplays aller Zeiten beginnen.
Zwei Gute Abschläge ließen uns Beide gut in die Runde kommen. Nachdem ich bei meinem zweiten Schlag einen Bunker übersehen hatte und ich aus diesem meinen Ball toppte, ging das Loch locker und leicht an Ferdi.
Jeweils ein Bogie an der Zwei reichte zum Teilen. Ein Drei-Putt von mir an der 3 sorgte dann für ein weiteres geteiltes Loch. So ist es eben: Drive ist für die Show…
Und so zeigte es sich bereits an den ersten Löchern: Meine langen Abschläge konnten Ferdi nicht aus der Ruhe bringen und sein gutes Spiel rund ums Grün brachte uns immer wieder auf Augenhöhe. Ein verzogener Abschlag an der Vier, einem Par 5 von Ferdi und mir, reichte bei Ferdi zum Bogie und bei mir, dank Drei-Putt, nur zum Doppelbogie.
2 auf nach vier Löchern für Ferdi.
An der 5 spielten wir Beide dann unser erstes Par. Chip, Putt Par! So einfach kann Golf sein.
Spätestens jetzt waren wir im Spiel.
Die sechste Bahn machte Ferdi dann seinen ersten Fehler,  in dem er den zweiten Ball völlig unvermittelt rechts in die Büsche schlug.
1 auf nach 6 Löchern für Ferdi.
Die 8 brachte dann ein Par von mir und ein Bogie für Ferdi. Am Ende spielte Ferdi 16! Löcher Bogie oder besser.
All Square nach 8.
Am nächsten Loch hatte dann Ferdi einen vor. Ein mit 385 Metern, für die meisten von Euch, ein langes Par 4. Zusätzlich kreuzt nach 250 Metern ein Bach die Bahn. Hier wollte natürlich Ferdi nachlegen und seinen Vorsprung ausbauen. Mehrere Damen am Abschlag motivierten ihn zusätzlich, so dass sein Abschlag alles bisherige übertraf. Ich hatte meinen Drive etwas nach rechts verzogen und lag hinter einem Baum. Ferdi wollte locker vor den Bach vorlegen, traf den Ball aber fett und hatte dann immer noch 150 Meter zur Fahne.
Mir blieb an dem Loch nur Angriff, schließlich hatte Ferdi ja einen vor.
Also aus 165 Meter mit einem kurzgefassten Eisen 7, 1,5 Meter an den Stock und gelocht zum Birdie.
Ferdi war nun sichtlich angeknockt und zeigte das auch auf den nächsten Löchern.
So gingen dann auch die Löcher 10 und 11 an mich.
3 auf nach 11 gespielten Löchern.
An der 12, einem kurzem Dogleg Par 4, Vorgabe 18, schlug ich mein Eisen 6 perfekt in den Winkel und meinen zweiten 4 Meter an die Fahne. Ferdi hatte einen 6 Meter Putt zum Par. Uns Beiden war klar wie es ausgehen wird.
Aber es kommt gerne auch mal anders als man denkt. Ich habe einen Schlag gemacht der mir hoffentlich nie wieder gelingen wird. Zum Birdie aus 4 Meter: Doppelberührung und danach den Putt vorbeigeschoben. Ich also nicht 4 auf, sondern 2 auf, weil Ferdi wieder sein Bogie spielt.
Das Drama nahm also Anlauf.
Natürlich wollte ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Auf den beiden nächsten Bahnen spielte ich katastrophal und nur 2 Glücksputt aus 4 und 6 Metern ließen mich am Leben. Hier machte dann Ferdi auch seinen zweiten Fehler, indem er aus einem Meter den Putt zum Par verschiebt. Beide Löcher geteilt in Bogie.
Immer noch mit 2 auf nach 15 Löchern.
An der 16 hatte Ferdi wieder den Vorteil. Ein Schlag vor. Hier konnte ich keinen Druck aufbauen, da mein erster Schlag im Bunker landete und mein Gegner das Loch wieder völlig souverän in Bogie spielte. Mir blieb auch nur das Bogie und damit 1 auf nach 16 Löchern.
Die 17 brachte dann bei mir mein letztes Selbstvertrauen zum Einsturz. Ferdi hatte die Ehre und schlägt seinen Ball mit einem ordentlichen Hook links ins Aus!!! Der Zaun,3 Meter im Aus stehend, hatte aber eine andere Idee und katapultierte den Ball wieder mitten aufs Fairway. Was für ein Glücksritter, schoss es mir durch den Kopf. So war der Sieg erst mal wieder weg…
Mein Abschlag mit dem Hybrid war Gott sei Dank auch im Spiel und so näherten wir uns dem Grün.
Mein 3. Schlag war ein Pitchingwedge aus 120 Meter zur Fahne. Halb socketiert, lag der Ball danach Pin high 30 Meter rechts im Bunker. Was für ein „Drecksschlag“. Ferdi spielte ohne Druck sein obligatorisches Bogie und ich kam nicht aus dem Bunker.
All Square nach 17 Löchern!!!
Also auf die 18.
Zittrig erwartete ich Ferdis Drive den er nach rechts verzog. Freuen konnte ich mich schon lange nicht mehr. Sehnsüchtig versuchte ich mich an die guten Schläge vor einigen Löchern zu erinnern.
Es gelang natürlich nicht. Mein ängstliches Eisen 5 traf den linken Baum auf 140 Meter. Ferdi legte vor und ich schloss mich dem an. Beide hatten wir ca. 70 Meter bis zur Fahne. Nur die GPS Uhr konnte die Reihenfolge ermitteln. Ferdi schlug Mitte Loch auf das, von Wasser umgebene, Grün. 6 Meter zum Stock. Ich traf völlig überraschend auch mein Wedge und wir lagen nebeneinander.
Ich musste zuerst putten und traf nicht. So hatte mein Freund den Putt zum Sieg. Auf der Linie blieb er 5 cm zu kurz.
Wieder zurück auf den Abschlag der 18, da die 1 durch ein Turnier besetzt war.
Ich wusste genau: Gewinnen kann ich das Loch nicht, wenn muss Ferdi es verlieren…

So kann es gehen.

So kann es gehen.

Und er tat mir den Gefallen. Wieder ein leichter Hook! Aber dieses mal ohne Zaun und Gottes Hilfe. Der Ball blieb im Aus.
Ich spielte nun völlig befreit mein Par und Ferdi die 6 am ersten Extraloch.
Selten war ich so erleichtert und leer im Kopf wie nach dieser Runde.
Es war schön gegen einen so starken Sportsmann sein Matchplay auszutragen aber die Spannung hätte ich nicht gebraucht und ehrlicherweise hätte auch keiner von uns, an der 11, mit diesem Verlauf gerechnet.

Vielen Dank Ferdi und bis zum nächsten Jahr

 

Euer Stephan

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