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Fair verloren ist auch verloren oder Andreas Pack vs. Guido Garnies

Guido und Andy

Guido und Andy

Pleasent antagonist ever – AndyP.

Aufgrund beidseitiger hoher Termindichte im Juni hatten Andreas und ich frühzeitig zwecks Location und Abschlagzeit Kontakt aufgenommen.

Dieses Match galt in Fachkreisen als das vorgezogene Finale. Andreas (HCP12) bekannt als Uhrwerk am Eisen und ich, der aktuell unverständlicherweise ausnahmsweise auf HCP-Niveau spielt.
Völlig überraschend schlug Andreas den GC Lüderich in Overath vor, welcher nicht nur durch die Topgraphie eher außergewöhnlich für ein solch bedeutsames Match zu bezeichnen ist. Ich bat ihn den Vorschlag nochmals zu überdenken und lieber einen langen Platz zu wählen, jedoch waren am Pfingstmontag auf den anderen Wiesen Turniere.
So gab es kein zurück mehr und wir trafen uns um ca. 9.00 Uhr auf dem Hochplateau in Steinenbrück. Das Clubhaus, das tolle Ambiente der Gastronomie und das sehr freundliche Personal überzeugt. Der Platz in gutem Zustand, das Wetter nicht. Ich glaube Andreas hatte deshalb auf den Termin bestanden, weil er die Wetterprognose genau kannte und ich als Brillenschlange und Regenhasser bekannt bin. Ich war einige Jahre nicht mehr vor Ort, jedoch sollten meine Platzkenntnisse (dort begann meine glorreiche Golfkarriere) Andreas noch viel Ärger bereiten.
An zwei Loch hatte ich einen vor, welches im weiteren Verlauf wichtig wurde. Der Platz ist reichlich verflockt. Blau hier, Rot da, gelb woanders. An nahezu jeder Bahn gibt es Flock-Überraschungen, die nach unserem Ermessen eine Kleineklitzekleinigkeit besser erklärt werden sollten. Denn letztendlich waren die Flöcke für das Match entscheidend. Andreas wusste scheinbar nicht, dass ich Flightpartner oder Gegner liebe, die sich durch zügiges Spiel hohen Fairnessgrad auszeichnen. Das beflügelt. Am Loch 6 war ich echt baff. Andreas schenkte mir einen gefühlten Meterputt zum Lochgewinn. Fakt ist, dass wir beide stabiles Golf spielten und selbst jeder Zweimeterputt überhauptkein Problem darstellte. Ich ging 1 auf zum Tee 10 und wir begannen die zweiten 9.
Das Niveau blieb sehr hoch.
Und an der 11 wollte Andreas mir das Genick brechen. Er schlug seinen zweiten Schlag in den aufsteigenden Hang zum Grün, von wo aus der Ball rechts weg hoppelte und unter einem dichten Baum unmittelbar am Stamm liegen blieb. Dieser Ball war für normale Golfer unspielbar, besonders weil zwischen der Lage und der Fahne sich noch ein breiter Bunker befand. Ich stand innerlich grinsend bei meinem Ball am Vorgrün und dachte nur noch an den Lochgewinn. Andreas ging lässig zum Ball und drehte sich mehrmals im Kreis, um alle Lagen und Techniken eines Schlages zu durchdenken. Ich dachte- Wat will der ???? Heb das Ding jetzt auf !!!! Droppen !!!! Heimlich dachte ich: super, der will diese Gurke wirklich spielen…..
Und tatsächlich er positionierte sich für einen 180-degree-backhand-lobwedge-sick-fucking-over the bunker- drecks-shoot, schlug diesen auch, welcher tot am Stock liegen blieb. Mir schwindelte es und ich sprach die größte Lüge in solch einer Situation: “Super Schlag, Andy. Geschenkt! “ ….taumelnd bewegte ich mich zu meinem Ball und erstmalig hackte ich meinen Chip, welcher 12 Meter vor der Fahne liegen blieb. Doch dann passierte etwas, was ich mir nicht erklären konnte. Trotz Schwindel und Übelkeit, hörte ich die Elfen und Waldschrate aus den Bergbauflöz und -gruben schallen. Dies veranlasste mich diesen Put zum Par zu stopfen.
Andreas verlor etwas das Gleichgewicht, weil er beim Abstieg von der 12 die Steigeisen nicht korrekt angelegt hatte. Die 14 verschenkte er auch wieder fair, obwohl er hier sich einen Vorteil erspielt hatte. Und nun kommt das entscheidende Loch, warum Andreas trotz einer 83 (nach 18!) das Match nicht gewinnen konnte. An der 15 nagelte er seinen Abschlag 3 Meter neben den Stock. Ich verzog und landete rechts vom Grün im Hang. Als wir meinen Ball suchten, wurde klar, dass der gesamte Hang blau gesteckt war und ich einen Freedrop hatte. Nur wo? Früher gab es eine Dropzone. Glücklicherweise (für mich) kam ein Einheimischer vorbei. Er erklärte „auf der ganzen Länge links neben dem Weg“. So konnte ich 25 Meter vom Stock droppen und nach meinem Chip konnte der Ball schon fast ins Loch kotzen. Andy schenkte mir zum Par und schob seinen Birdieput vorbei. Ich glaube, dass war der entscheidende Schlag. Denn danach passierte nicht mehr viel. Die 17 gewann ich mit einem Pärchen und das Match 2 und 1.
Selten so einen angenehmen und fairen Flightpartner gehabt.

Mit sportlichen Gruß

Euer Guido

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