Kommentar des Präsidenten zum Sieg von Jürgen Wirtz
15. Mai 2014
Hin und Her oder Hilko vs. Andreas
21. Mai 2014
Zeige alles

Not gegen Elend oder auch: Harry vs. Manuel

 

Noch scheint die Stimmung gut...

Noch scheint die Stimmung gut…

Liebe Freunde des gepflegten Rasensports,
das wirklich spektakulärste Match dieser Ballqüaltruppe fand Gestern im Velderhof statt.
Und wie einst Gary Cooper seine Widersacher als Underdog erwartete fuhr ich mit gemischten Gefühlen zum Austragungsort. Der Show down begann natürlich um 12 Uhr Mittags. Während Harry sich seit Stunden mit diversen Schiessübungen vorbereitete kam ich kurz vor High Noon an den verabredeten Duellierungs- Ort. 2 Augenpaare trafen sich und wir beide setzten unser tief gefrorenes Pokerface auf. Ein kaum erkennbares zu nicken erklärte den Beginn eines unvergesslichen Duells.
Was dann folgte ist für den, der es nicht miterleben durfte kaum zu begreifen. Auf aller höchstem Niveau wurden Sockets, Slice, Fade und andere Zauberschläge vorgeführt. Putts aus aussichtreichsten Positionen wurden elegant am Loch vorbeigeschoben und gerne wurde das Grün auch mal in allen Richtungen durch gekonnte Schläge ausgemessen. Es kam wie es kommen musste: Ein Duell auf Augenhöhe!
Während ich von Anfang an immer mindestens einen vor hatte, überlegte ich mir wie ich diesen Tag weiter auskosten konnte. Ein Sieg reichte mir nicht, ich musste ihn zerstören! So schmiedete ich einen Plan der an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. An der 17 angekommen war ich 2 vor. Was konnte ich also tun um Harry noch einmal zu beleben, denn seien wir ehrlich zu dem Zeitpunkt war bei Harry von Körpersprache, geschweige denn Siegeswille nichts mehr zu erkennen. Also streute ich ein paar Probeschläge in mein Spiel ein, so dass Harry die 17 gewinnen konnte. Ein kurzes Aufblitzen war deutlich in seinen Augen zu erkennen und ich bemerkte wie er immer wieder auf die Scorekarte blickte und langsam realisierte, das er es noch packen kann, wenn er die 18 auch für sich entscheiden könnte. Fein dachte ich mir, lass ihn noch einmal das Gefühl des möglichen Sieges spüren um so härter wird der Fall in das schwarze Gefühlsloch, wenn es dann doch verloren geht. Auf der 18 musste ich dann ein wenig an meinem Spiel drehen, damit ich dieses Loch nicht gewinne, da Harry im Gefühl das Unmögliche noch zu schaffen den Ball nervös quer über die Bahn trieb. Also entschloss ich mich alle Bunker der Bahn zu nutzen um meinen perfiden Plan umzusetzen. Es kam wie es kommen sollte Harry glich an der 18 aus und das Stechen war perfekt!
Eine Mischung aus Glücksgefühl und Angst war nun deutlich in Harrys Gesichtszügen zu erkennen. Das wallende Haar strich er sich mehrfach aus dem Gesicht bevor er den Abschlag gekonnt auf das Fairway der Nebenbahn platzierte. Natürlich wollte ich nun hautnah an Harrys Seite sein langsames Sterben erleben. Also entschloss ich mich meinen Abschlag ebenfalls dort zu platzieren. Um es ein bisschen kniffliger zu gestalten legte ich meinen Ball schön vor die Bäume die mir die Richtung zum Grün anzeigten. Harry setzte einen gekonnten Eisenschlag 90 m vor das anvisierte Grün. Da ich nicht über die Bäume kam nahm ich nach dem Handbuch von Herrn Tin Cup ein Holz 5. Der Ball ebnete sich den Weg genau zwischen gefühlten 250 Bäumen, flog fröhlich Richtung Grün und setzte sich dann wegen der Herausforderung in den Bunker rechts neben das Grün. Nun setzte Harry den Ball aufs Grün ließ sich aber mit ca 9 m Abstand von der Fahne noch einiges an Arbeit übrig. ( So formulierte es der Sky Moderator ). Gekonnt flog mein Ball aus dem Bunker quer übers Grün und landete genau da wo ich ihn haben wollte im Rough. Harry glaubte zu diesem Zeitpunkt das seine Gebete erhört wurden, ahnte allerdings nicht das dies alles zu meinem Plan gehörte. Mit einem feinen Pitsch legte ich den Ball aufs Grün und ließ mir ca. 3m bis zur Fahne. Wie es nun in Harrys Kopf arbeitete war selbst für die Zuschauer an den Bildschirmen zu erkennen. Ein 2 Putt sollte doch für den Sieg reichen…. Gekonnt landete auch der erste Putt ca 60 cm hinter der Fahne. Mit dem sicheren Gefühl des Sieges markierte er seinen Ball und sah mich provozierend an. Zum ersten Mal wurden auf dieser Runde Worte gewechselt. „Harry erinnerst Du Dich an Loch 17. Weißt Du noch wie unser Martin das Ding versenkt hat während im Clubhaus schon jemand vom Sieg oder Stechen geträumt hat?“ Während Harry noch über diese Situation nachdachte, versenkte ich den Ball. Ungläubig riss Harry die Augen auf und mit einem Mal wurde ihm klar das sein Putt nun fallen muss um das nächste Loch zu erreichen. Es kam wie es kommen musste: Diesen Druck konnte Harry nicht stand halten. Fröhlich grinsend lief der Ball aufs Loch zu, deutete kurz den Fall an um letztendlich dann doch nicht zu fallen.

So oder so ähnlich hat sich unser Match zugetragen J

Es war ein tolles spannendes Spiel mit einem klasse Menschen und Spieler! Danke Harry für diesen schönen Tag!

Ein sonniges Wochenende, und Dir Harry einen großartigen Geburtstag

Manuel

2 Comments

  1. …heilige Scheiße was für ne Story ! Purlitzerpreisverdächtige Erzählkunst in direkter Tradition von Hemingway, Capote, Putin und was weiß ich von wem.
    Da läßt man ja alles stehen und liegen und liest mit ner Gänesehaut die Story zweier Golfluschen, die höchstwahrscheinlich über 6-7 Stunden voll krass dilettiert haben….

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Praxl

  2. And the winner is = Harry & HSV. Geht es um die Moral, Durchhaltekraft, innere Stärke und grenzenlose Loyalität, dann sind Sekundenaufnahmen des zuletzt verschobenen Putts Makulatur. Als moralischen Gewinner des letzten Wochenendes gibt es nur einen – Harry. Den verlorenen letzten Ball, den gibt es seit 1805 nur mehr im Golfsport, nicht mehr für den HSV und nicht mehr für Harry, denn dieser Tag war der Tag an dem das Jahr gerettet wurde – wie ist egal, nur noch weiter, weiter, weiter – im Score und auf dem Fußballplatz gibt es nur eine Liebe…

    Beste Grüße
    Jürgen Kanzler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.