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Speed-Golf im Schatten der BMW International Open oder Harald vs. Simon

Harald vor oder nach der Runde?

Harald vor oder nach der Runde?

Nachdem ich wenige Tage zuvor auf unserem Bergziegen-Höhenlager-Spezialtrainings-Platz in Schloss Auel eine 86 gekegelt hatte, sah ich keine Veranlassung nicht auch auf dem Platz des Gegners zu spielen.

Simon ist skeptisch!!!

Simon ist skeptisch!!!

Der Velderhof ist so einfach, dachte ich mir – was kann da schon passieren?
Die einzige Runde die ich bis Dato dort gespielt hatte, hat mich zwar fast das Leben gekostet – aber das würde hier jetzt zu weit führen..
Als ich dann noch Insider-Infomrationen über die aktuelle Form meines Kontrahenten erhielt, war ich in Gedanken schon eine Runde weiter.

Um 15:45 fuhr ich auf den Parkplatz wo mich ein freundlicher und gut gelaunter Harald Müller mit einem breiten Grinsen begrüßte.
Die ersten Gemeinsamkeiten stellten wir sofort fest, beide zu faul zum laufen und keiner von uns hält Aufwärmen oder Einspielen für zielführend.
Probeschläge sind Kraftverschwendung und so etwas wie taktisches Spiel kennen wir nicht.
Also fuhren wir mit dem Cart zum Kaltstart am ersten Loch – wir verstanden uns auf Anhieb.
Als Tee-Off-Geschenk erhielt ich ein Dutzend gelbe Bälle mit Pascha-Werbung, vielen Dank lieber Harald!

Abschlag Loch 1, mein schwächlicher Drive fliegt kerzengerade auf die Bahn und wird von Harald begleitet mit einem „Da muss er hin“.
Nun war Harald dran und begann mir Mut zu machen.
Nach seinem Abschlag ins hohe Gras auf der rechten Seite, rettete er den Ball gekonnt aus dem Dickicht um ihn danach sofort wieder frontal gegen einen Baum zu prügeln.
Der Ball, welcher in der Zwischenzeit gute 180m vor und zurück hinter sich hatte, verschwand sodann mit dem vierten Hieb und wurde nie wieder gesehen.
Ich musste meinen Ball nicht mal weiter spielen und lag somit mit einem einzigen Schlag 1 auf.
An Loch 2 zog Harald sein legendäres Holz5 aus der Tasche und socketierte den Ball direkt rechts in die Bäume.
Nachdem meine Annäherung mit dem Wedge tot am Stock lag, wurde auch an Loch2 kein einziger Putt gespielt – also 2 auf.
Ich plante in Gedanken meine Siegesfeier und versuchte Harald mit diversen Tiefstapeleien zu beschwichtigen, er konterte nur lässig dass ein Spiel immer über 18 Loch geht.. und hier sollte er Recht behalten – sogar exakt 18 Loch, und keins weniger.
Im Verlauf der weiteren Löcher begann Harald dann Golf zu spielen, womit ich echte Probleme kriegen sollte.
Während der Runde stellten wir einige Parallelen zwischen dem Personal im Laufhaus und dem meiner IT-Klitsche fest, eigentlich gar nicht so verschieden.
Abwechselnd gingen wir beide mehrfach mit maximal 2 Löchern in Führung.
Auch wenn das vermutlich niemand glaubt, konnte man hier wirklich von durchweg ordentlichem Bogey-Golf auf beiden Seiten sprechen.
Dem konsequenten Verzicht auf Probeschwünge und einem guten Bleifuß zu verdanken, kamen wir nach knapp 2 Stunden auf unser 16. Loch.
Harald lag 2 auf, und drohte den Sack endgültig zu zu machen.
Auf dem PAR 5 spielten wir beide auf einmal wie kleine Mädchen, höchstens Eisen6 und immer konsequent durch die Mitte.
Nachdem wir beide die Annäherung versaut hatten, lag Harald mit 4 und ich mit 5 auf dem Grün – alles schien entschieden.
Harald puttete als erster am Loch vorbei auf geschätzte 30cm. Normalerweise waren wir beide sehr großzügig an diesem Tag und hatten uns viele Geschenke gemacht.
Keiner von uns hatte überhaupt mal einen so kurzen Putt lochen müssen.
Es kam wie es kommen musste, ich sagte er müsse zum Sieg putten, er markierte und ich versenkte meinen gefühlten 10m-Putt unerwartet zum Bogey.
Die fehlende Praxis in der kurzen Distanz forderte sein Opfer und es stand nur noch 1 auf für Harald.
An der 17 folgte dann ein Luftschlag und diverse andere Aussetzer, ich glaube hier hat Harald für einen kurzen Augenblick die Kontrolle über seinen Körper verloren.
Trotz meiner sechsundzwanzigsten Bunkerbegegnung konnte ich das Loch holen – all square, was ein Finale.

18 – Unfassbar schlecht traktierten wir beide unsere Bälle mit dem Driver, ich legte vor – rechts ins hohe Gras- Harald, der alte Stratege folgte mir mit einer noch stärkeren Slice-Kurve.
Endlich war es soweit, die Nerven lagen blank, beide Bälle in aussichtsloser Lage.
Bei dem Versuch das harmlos aussehende Rough wieder zu verlassen, habe ich mir wohl mehrfach die Handgelenke gebrochen. Anders kann ich mir die folgenden Schläge nicht erklären.
Harald wusste was er tat, spielte die Bahn gekonnt im Zickzack-Muster zu Ende und gewann so verdient unser Trostrunden-Match mit 1 auf.

Da wir unter 2,5 Stunden gespielt hatten, konnten wir die gewonnene Zeit für ein paar Kölsch und interessante Gespräche auf der Clubterasse verwenden.
Harald, es hat mir viel Spaß gemacht – danke für das spannende Match, ich hoffe wir wiederholen das bei Gelegenheit!

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