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Stephan vs. Batti aus Batti’s Sicht

FründeImmer freundlich lächeln und winken…
Als ich am Auslosungsabend der Cologne Sockets Matchplay Trophy 2014 nach Hause fuhr, begann für mich bereits die Vorbereitung für die erste Runde. Mir war klar, um ein Duell gegen Stephan Heiss siegreich zu gestalten, bedarf es einiger kluger Schachzüge. Der Schlachtplan sah also wie folgt aus:
1. Bis zum Matchplay keinen Golfschläger anfassen und ausgeruht ins Duell gehen. Das hat sich in den letzten Jahren bei mir bewährt.
2. Mit den so genannten „Mindgames“ beginnen. Meine Strategie: „Immer freundlich lächeln und winken…“ Also entschied ich mich für die Rolle des netten Gastgebers und lud Stephan samt seiner Präsidiumskollegen Guido und Harry nach Wiesbaden ein.
3. Den „richtigen“ Platz aussuchen. Ich kenne Stephans Spiel sehr genau und wusste, es muss eine Wiese sein, die unserem geliebten GC Am Lüderich ähnelt. Schöne breite Fairways also. Da fiel mir sofort der Mainzer GC ein. Perfekt!
Die Vorbereitungen waren getroffen und der Weg war bereitet. Unter diesen Voraussetzungen stand einer siegreichen ersten Runde nichts mehr im Wege.
Am 25. April kamen mich also Stephan und Harry (Guido war leider verhindert) in Wiesbaden besuchen. Harry entschied sich für eine frühere Startzeit, da er es nicht übers Herz bringen konnte, Zeuge eines fünfstündigen Duells zweier Freunde zu werden, die sich auf höchstem Niveau mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekriegen.
Um 14:00 Uhr ging es los und um 14:01 Uhr sah es so aus, als würde meine Strategie greifen. Stephans erster Abschlag fand das rechte Aus. Ein sicheres Bogey reichte zum Lochgewinn. Doch an Loch 2 musste ich feststellen, dass das ganze doch kein Selbstläufer würde. Stephan nagelte den Ball am Par 3 tot an den Stock. Birdie und zurück zu all square. An Loch 3 profitierte ich das erste Mal von meiner Platzkenntnis (hatte den Kurs im letzten Jahr einmal gespielt). Das Par 4, eines der signature holes des Mainzer GC, verläuft im Dogleg rechts um eine Schlucht herum. Der Abschlag muss sitzen und das tat er bei Stephan nicht. Zwei Bälle ins Aus und das Loch war mir.

Loch 4. Mit dem Holz 3 neben das Grün. Einem Par 4.

Loch 4. Mit dem Holz 3 neben das Grün. Einem 287 Meter Par 4.

Mit Bahn 4 folgt direkt das nächste Highlight. Ein knapp 300 Meter langes Par 4 auf ein ca. 80 Höhenmeter tiefer gelegenes Grün. Bei meinem letzten Besuch nagelte ich ein Holz 3 deutlich übers Grün, dieses Mal hatten wir etwas Gegenwind und ich entschied mich wieder fürs Hölzchen. Der Schlag saß und landete im Vorgrün – Der erste von Stephans 32 Zähnen war gezogen, so dachte ich. Doch Stephan legte nach. Sein Holz 5 landete kurz vorm Grün und da ich mit drei Putts vom Grün ging teilten wir mit Par das Loch.
Auf den folgenden Bahnen, der engen und sehr bergigen Frotnine des Mainzer GC, spielte ich solide und erarbeitete mir einen Vorsprung von 4auf. Ich machte wenig Fehler und Stephan hatte mit Platz, Gegner und den Nerven zu kämpfen. An Loch 7 hieß es bereits: „Warum mache ich hier überhaupt mit!? Warum habe ich mich eigentlich angemeldet!?“ Dabei hätte es heißen müssen, warum habe ich das überhaupt ins Leben gerufen… Auch einen Verweis auf die unfaire Platzwahl konnte er sich nicht verkneifen.
Doch von nun an änderte sich alles! Die zweiten Neun begannen und Stephan änderte seine Strategie: Vom verbissenen Contender wurde er zum Sonntagsgolfer und verwickelte mich in Gespräche. Er schlug mich quasi mit meinen eigenen Waffen. „Lächeln und winken…“ Damit wusste ich nicht umzugehen. Was folgte war ein dramatischer Einbruch meinerseits und der Weg zurück ins Spiel von Stephan. Mein Vorsprung schmolz zusammen und nach einigen verzogen Abschlägen und nicht auffindbaren Bällen lag ich an Abschlag 15 angekommen nur noch 1auf.

Der Beweis! Die Scorekarte

Der Beweis! Die Scorekarte

Die 15 im Mainzer GC ist ein 340 Meter langes Par 4, das vom Abschlag bis etwa 220 Meter bergauf und dann über eine Kuppe bergab zum Grün verläuft. Stephan unterschlug seinen Drive ein wenig und landete vor dem Hügel am Rande eines Fairwaybunkers. Ich traf meinen Drive blitzsauber und er zischte über die Kuppe am rechten Fairwayrand entlang. Ich dachte, ich wäre zurück im Spiel, doch auf dem Hügel angekommen sah ich meinen Ball nicht. Der rechte Roughstreifen war gefährlich hoch und mit allem bewachsen, nur nicht Gras. Der Ball muss also doch irgendwie dort hängen geblieben sein, war die einhellige Meinung. Also machten wir uns, wie auch an den Bahnen zuvor wieder auf die hoffnungslose Suche. Ergebnis: Negativ! Verzweifelt zog ich weiter, während Stephan seinen dritten Schlag ausführte, da bemerkte ich etwa 20 Meter vor dem Grün einen Ball – Mitte Fairway. Am Ball angekommen, konnte ich Ihn als meinen Abschlag identifizieren und mit einem sicheren Par wieder 2auf gehen. Damit hatte ich die Chance an Bahn 16 den Deckel drauf zu machen.
Bahn 16 war ein Par 5, das erneut blind über eine Kuppe verlief. Mein Drive saß. Stephan traf unsauber und blieb kurz. Getreu meinem Motto: „Immer…ihr wisst schon…“ bot ich an schon einmal auf die Kuppe vorzulaufen und den Vor-Caddie zu machen, damit wir sehen konnten, wo Stephans Ball landen würde. Doch Stephan änderte die Strategie. Mit dem Rücken zur Wand sah er nur noch einen Ausweg: „Der freundliche Mann in Schwarz muss eliminiert werden…“. Idee: Ein gezielter getoppter Schlag Richtung Vor-Caddie. Ausführung: Perfekt! Der Ball zischte auf mich zu und ich konnte mich nur noch mit einem gekonnten Sprung retten. Der Ball zischte mir durch die Beine. Stephans letzte Mission war fehlgeschlagen. Ich holte mir den Lochgewinn und den Sieg.

Loch 17 mit dem Driver aus Green

Loch 17 mit dem Driver auf das Grün. 300 Meter!!! Im Hintergrund die Fahne und der Ball. Er liegt links von der Fahne 😉

Als Glückwunsch-Komitee stieß dann noch Harry dazu und gemeinsam gingen wir entspannt die letzten zwei Bahnen. Hier sollte allerdings noch erwähnt werden, dass Stephan mit Birdie, Par finishte und ich heil froh war, das Ding bereits zu Ende gebracht zu haben…
Freundlich lächelnd und winkend erwarte ich Runde zwei und danke Stephan für ein „meist“ faires und „selten“ hochklassiges Duell!

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