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Das Massengrab für all die schönen Golfbälle. Abschlag Loch 18 GC Lüderich

Das Massengrab für all die schönen Golfbälle.
Abschlag Loch 18 GC Lüderich

‚The Fear of Winning“, oder epochale 360 Grad Golfschlacht am Lüderich,
….endlich war es soweit, auch ich konnte endlich in die Competition eingreifen, nachdem ich die erste Runde kampflos überstanden hatte. Mein Gegner war Micha Schlösser von Jordan Golf. Mit einigen achtlos nebenbei am Telefon eingestreuten Argumenten meinerseits (“Lüderich ist günstig und auch garnicht so schwer !“, “Ihr macht doch auch die Jordan Golf Challenge dort“) gelang es mir meinen Oponenten zu meinem Heimatplatz in schöne Bergische Land zu locken. Ich war mir sicher, eingedenk meiner momentan guten Form und jüngster Turnierergebnisse, dass das eine sehr einseitige Angelegenheit zu meinen Gunsten würde. Als ich am Lüderich ankam, stand Micha S. schon auf der Range. “Da schau her !“, dachte ich mir und kaufte mir vorsichtshalber auch mal nen Token, um nicht bei einem Kaltstart evtl. doch alt auszusehen. Ich war zwar schlagtechnisch noch vom Vortag gestählt, hatte ich doch unter den unsachkundigen Augen von Manuel Zeh im Fairway Golfshop, ca. 200 Driverschläge gemacht und mir ein neues Holz eins zugelegt.
Die äußerlichen Bedingungen waren bestens und da stand er nun mit seinen frisch gewienerten Jordan Golf Blades und wir begrüßten uns freundlich. Ich dachte mir hämisch “hähä…nach 18 Loch Lüderich, stehen die Dinger eh morgen für kleine Maus bei Ebay, !“ Aber erstens kommt es ja anders und zweit………. Ein Spieler mit Hdc 30 spielt Blades, das hätte mir ja schon komisch vorkommen müssen, oder er leidet unter unheilbarer Selbstüberschätzung.
Wir gingen also auf die Runde und ohne auf die einzelner Schläge hier einzugehen, entwickelte sich eine verbissene, teils hochklassige Auseinandersetzung, die von beiden Seiten mit Aufbietung des gesamten Schlagrepertoires ausgefochten wurde. Michael spielte außerordentlich clever und vor allem lang und geradeaus. Aufgrund seiner Vorgabe zwang er mich dazu immer volles Risiko zu gehen und der neue Driver mit Stiffschaft und 9,5 Grad stellte sich recht bald als Fehlinvest für nen älteren Herren heraus, womit ich bei fortschreitender Spieldauer mehr und mehr Probleme bekommen sollte.
Dunkle Gedanken machten sich in mir breit “ein Handicapschoner mit Sahnetag und Pabst in der Tasche beerdigt Dich auf Deiner ureigensten Wiese !“ Wie blamabel mußte sich sowas im Nachhinein anhören. ‚Eins Unter‘.. aus meiner Sicht lautete dann auch das Ergebnis nach den Frontnine !
Wer den Lüderich kennt weiß aber auch, dass auf den Backnine alles passieren kann und meist auch alles passiert, sind sie doch die am schwierigsten gerateten Backnine der Republik. Nun musste er endlich seinen Kimura Highend Driver, geschmiedet von japanischen Jungfrauen im Mondschein, zum Einsatz bringen. Ich gewann aber den Eindruck, dass er den Einsatz des Drivers vermeiden wollte, wie der Teufel einen dicken Schluck Weihwasser. Und tatsächlich nach und nach gewann ich ein bisserl Oberwasser. Lange Putts fielen, meine Schläge wurden präziser. An der 16 gelang mir erstmalig die Führung und ich dachte die Sache ist gegessen.
Aber Michael lies nicht locker und schockte mich geradezu mit einem 320 m Drive die 17 herunter. Meine Abschlag landete zwar im Wasser, aber ich konnte tatsächlich noch das Par retten und ging mit einem Loch Führung auf den letzten Abschlag. Die folgende halbe Stunde vom Abschlag der 18 sollte in der Währung verschossener Titlist, Bridgestone, Srixon ein gefühlter Gegenwert von ca. 70-80 Euro entgegenstehen. Nach zwei verzogenen Abschlägen, schenkte ich das Loch ab. Gleichstand also an der 18 und wir mussten in die Verlängerung.
Wir entschlossen uns, weil wir gerade ja auch da waren, dass besagte 18 die Entscheidung bringen sollte. Mittlerweile waren wir beide von allen guten Golfgeistern und vor allem von unseren Drivern komplett verlassen und am Abschlag der 18 verwaist zurückgelassen worden.
Das Biotop rechts und der Spinat links wurden Grab für eine Vielzahl von Bällen. Irgendwie hab ich dann einen Abschlag auf die Bahn diletiert und konnte das Match glücklich am Loch 19 mit dem besseren Ende für mich entscheiden.
Riesenrespekt an dieser Stelle für Michael Schlösser, der mir gestern alles abverlangt hat ! Das Wetter und der Lüderich präsentierten sich erstklassig und wir hatten einen spitzenmäßigen und sauspannenden Golftag, der uns beiden viel Spaß bereitet hat.

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