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Zen-Master Harald gegen Golfnovize Pascal oder Harald Müller vs. Pascal Spano

Alles richtig gemacht. Mit diesem Gedanken bin ich das Match gegen unseren lieben Harald gestartet. Und mit diesem Gedanken bin ich auch nach getaner Arbeit zufrieden wieder vom Velderhof abgereist. An diesem Tag hat einfach alles gestimmt. Vielleicht bis auf den Tag selber, den 20. April, der in der deutschen Geschichte ja nicht ganz unbelastet ist. Aber, alles andere: einfach perfekt!
In seiner grenzenlosen Güte hatte uns der Golfgott einen der bisher schönsten Tage des Jahres geschenkt. Mit strahlendem Sonnenschein und bestem Polo-Wetter. 13:40 Uhr Abschlagszeit auf einem Velderhof, der sich einmal mehr in prächtigem Zustand präsentierte.

Harald ist ein Eckpfeiler meiner jungen Golfkarriere. Im Oktober 2012 habe ich auf dem Velderhof im Rahmen des Herrengolfs das zweite Golfturnier meines Lebens gespielt. Mein Flightpartner damals war ein extrem tiefenentspannter Herr mit fränkischem Akzent. Und einer – nennen wir es „unkonventionellen“ – Chiptechnik, deren Vorteil, neben einer sich aus der Technik nicht zwingend erschließenden Präzision, primär eine jederzeit freie zweite Hand zum Halten einer Zigarette war. Was soll ich sagen? 49 Nettopunkte sorgten zum einen dafür, dass ich mit Hcp 54 nicht ins zweite Jahr musste und zum anderen brachte es die Erkenntnis, dass sich nette Gesellschaft scheinbar positiv auf mein Spiel auswirkt.

Harald also. 8 Schläge hatte ich vor. Stabiles Spiel. Gut trainiert über Ostern in Portugal. Das erste Loch. Beide Bogey. Dank Vorgabe alles gut – eins auf. Die Zwei wieder auf Bogeykurs, wieder einen vor, Harald schenkt den Putt – zwei auf. Das war der Moment an dem ich erstmals nachdenklich wurde. In meinem linken Ohr sangen Cherubim und Seraphim das süße Lied des Triumphes, während ich in tiefer Ehrfurcht vor 20 Jahren gefühlt täglichem Golfspiel Harald auf gar keinen Fall deklassieren wollte.
Mit diesem Gedanken gingen wir auf die Drei. Vergeigt. Denken ist der natürliche Feind des Golfspiels. Nach der 15 drei auf für Harald. Wie es dazu kommen konnte? Harald ist einfach ein verdammt guter und stabiler Golfspieler. Womit ich richtig zu kämpfen hatte war sein Eisenspiel. Jeder mit ausreichend Übung bekommt sein Holz einigermaßen bewegt, aber bei den Eisen trennt sich die Spreu vom Weizen. Und hier hatte ich Harald in meiner Erinnerung aus 2014 kolossal unterschätzt. Als es die ersten Male in meiner Nähe so krachend einschlug, dass der Boden vibrierte, dachte ich noch „oops, wohl etwas fett getroffen“. Bis ich den Ball dann 160m weiter vorn auf dem Grün liegen sah. Harald? Was soll ich sagen. Am Ende hat sich die Eurasische Platte wahrscheinlich 2cm näher in Richtung Mariannengraben verschoben aber Harald ist guter Dinge.

Harald und Pascal am schönen Velderhof

Harald und Pascal am schönen Velderhof

Finale: Harald zwei auf nach der 16. Die 17 dank Vorgabe und gelochtem 3m Putt an mich. Harald haut an der 18 den ersten Ball rechts ins Aus. Heureka! Der Mann hat doch Nerven. Da leg’ ich doch mal einen schööön laaang aufs Fairway. Gedanklich schon in der Verlängerung (wieder die 1 – da habe ich doch einen vor und eben gewonnen…Hmm, ihr himmlischen Chöre, ich höre Euch wieder singen…) Harald spielt unter konsequenter Fairway-Vermeidung durchs rechte rough. Ich schlage meinen Dritten auf diesem schönen Final-Par 5 mit dem Pitching Wedge Richtung Fahne. Perfekte Länge, aber 10m links – Bunker! Das erste Mal auf dieser Runde. Kein Problem. Bunker kann ich. Und ich liege auf drei und Harald auf sechs. Come on!
An die folgenden 5 Minuten möchte ich mich nicht erinnern…{ DER AUTOR VERWEIGERT DIE PREISGABE WEITERER DETAILS AN DIESER STELLE }
Ich gratuliere Dir Harald. Das war stark. Nervlich wie auch spielerisch. Chip’ sie alle in Grund und Boden und hol’ Dir den Pott. Mir bleibt nur die Freude über die geschenkten Pascha-Bälle. Den geschenkten Ball aus 2014 hatte ich fast ein Jahr als Glücksbringer in meinem Bag. Heute hätte ich ihn gebraucht
Pascal

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